Schiffe I - Aktuelle Studie prognostiziert drastischen Anstieg schädlicher Schiffsabgase

Schiffe sind bereits heute für bis zu 13 Prozent der weltweiten Dieselrußemissionen verantwortlich. Bis 2050 könnten sich die Rußemissionen aus der Schifffahrt sogar verdreifachen, so das Ergebnis einer jüngst veröffentlichten Studie des International Council on Clean Transportation (ICCT). Besonders dramatisch ist die Prognose für die Arktis. Es wird erwartet, dass sich der Schadstoffausstoß von Schiffen in diesem hochsensiblen Gebiet bis 2025 versechsfacht. Der Ruß legt sich auf die weißen Schneeflächen und beschleunigt so das Abschmelzen des Eises und trägt damit direkt zur Erwärmung der Arktis bei.

Die vom ICCT prognostizierten Anstiege der Ruß-Emissionen würden einen Großteil der an Land erzielten Fortschritte bei der Reduktion des hochgiftigen Luftschadstoffs Black Carbon zunichtemachen. Während dort Abgase von Autos, Lkw und Kraftwerken erfolgreich gefiltert werden, genießt die Schifffahrt derzeit unerhörte Verschmutzungsprivilegien. Und auch wenn die Luftverschmutzung auf hoher See passiert – die Luftschadstoffe können mehrere hundert Kilometer geweht werden. Allein in Europa führen sie jedes Jahr zum vorzeitigen Tod von 50.000 Menschen.

Die ICCT Studie schätzt, dass mit den aktuell verfügbaren Maßnahmen die Black Carbon-Emissionen um 70 Prozent reduziert werden können - und das ist noch konservativ. Würden alle Schiffe Rußpartikelfilter verbauen, könnten damit 99,9 Prozent der Rußpartikel aus den Abgasen gefiltert werden. Abgassysteme und höherwertiger Marinediesel müssen deshalb Pflicht für alle Schiffe werden. Das Bundesforschungsministerium ist mit dem Forschungsschiff „Heincke“ weltweites Vorbild, da es über einen Rußpartikelfilter und Stickoxid-Katalysator verfügt. Es wäre daher nur folgerichtig, wenn sich die Bundesregierung in der IMO dafür einsetzte, dieses Modell zum internationalen Standard zu machen und ambitionierte Reduktionsziele für Rußemissionen festzulegen.

 

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