ÖPNV III - Bessere Luft durch attraktiven Nahverkehr

Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) spielt für Städte und Kommunen und deren Bewohner in vielerlei Hinsicht eine wichtige Rolle. Für viele ist er vor Ort die Alternative zum eigenen Auto und ermöglicht so eine selbstbestimmte Mobilität – und das auch noch leiser und sicherer. Gleichzeitig ist der ÖPNV im Vergleich zum Motorisierten Individualverkehr (MIV) wesentlich ressourcenschonender und somit auch weniger klimaschädigend. Aber auch hinsichtlich der Luftqualität ist der ÖPNV enorm wichtig, denn er hilft den Ausstoß von Luftschadstoffen aus dem Verkehr zu verringern. Bereits heute fährt ein großer Teil des ÖPNV elektrisch und somit lokal emissionsfrei. Straßenbahnen, U-Bahnen oder S-Bahnen sind für mehr als die Hälfte aller Fahrten im ÖPNV verantwortlich (Quelle: VDV Jahresstatistik 2012). Und die stetig steigenden Abgasstandards von Bussen, aber auch alternative Antriebe wie Erdgas oder die Hybridtechnologie sorgen dafür, dass diese immer schadstoffärmer werden. Ältere Fahrzeuge können mit Partikelfiltern nachgerüstet werden und damit ihren Schadstoffausstoß um mehr als 95 Prozent verringern. So werden die öffentlichen Verkehrsmittel – auch aus Luftqualitätssicht - zu einer wesentlichen Säule einer zukunftsfähigen Mobilität.

Um diese Vorteile nicht nur zu halten sondern noch auszubauen braucht es aber die entsprechenden Rahmenbedingungen. Neben einer öffentlichen und politischen Wertschätzung und der damit einhergehenden finanziellen Ausstattung muss der Nahverkehr auch aus Kundensicht attraktiv und einladend sein. Dies bedeutet in einem ersten Schritt, dass ein gutes Angebot vorhanden sein muss, also die Mobilitätswünsche der Nutzerinnen und Nutzer durch ein entsprechendes Liniennetz, Taktdichte und möglichst kurze Reisezeiten erfüllt werden. Das Ganze natürlich zu Preisen, die in Relation zum Angebot stehen und von den Nutzern als angemessen betrachtet werden.

In einem zweiten – und häufig vernachlässigten – Schritt muss der ÖPNV vor Ort einfach zugänglich und leicht verständlich sein. Denn noch immer ist der Nahverkehr für viele Menschen ein Buch mit sieben Siegeln und damit keine wirkliche Alternative: Ob mangelhafte oder fehlende Informationen an Haltestellen, in Fahrzeugen oder online; komplizierte Ticketautomaten; schlecht zugängliche Haltestellen und Fahrzeuge oder wenig einladende Wartehäuschen – sind die Zugangshindernisse zu groß, wird der ÖPNV nicht genutzt. Somit spielen diese sogenannten weichen Faktoren neben den harten Faktoren wie Angebot und Preis eine mindestens ebenso große Rolle.

Der VCD führt derzeit im Rahmen seines Projektes »Einfach einsteigen – Zugänglichkeitscheck des ÖPNV« eine Online-Umfrage durch. Mit Hilfe der Befragung soll herausgefunden werden, wie einfach die Nutzung der Öffentlichen Verkehrsmittel in verschiedenen Orten bzw. Regionen Deutschlands tatsächlich ist. Auch nationale wie internationale Erfahrungen zu innovativen Lösungen für eine leichtere Nutzbarkeit des ÖPNV sollen erfasst werden. Dabei sind sowohl die Einschätzung regelmäßiger ÖPNV-Nutzer/-innen sowie die von Nichtnutzer/-innen gleichermaßen interessant. Ziel ist es den ÖPNV insgesamt leichter nutzbar zu machen und so mehr Menschen für ihn zu gewinnen – was auch dazu beitragen wird, die Luftqualität zu verbessern.


Weiter Informationen:
•    Informationen zum Clean Air Subprojekt „Saubere Busse“
•    Projektinformation und Online-Umfrage zur Zugänglichkeit des ÖPNV