Höherer Ausstoß von NO2 auf der Straße erfordert zusätzliche Maßnahmen in Städten

Die aktuelle Studie des International Council on Clean Transportation (ICCT) über die realen Emissionswerte von neuen Autos der Abgasnorm Euro 6 hat die Fachöffentlichkeit in Aufregung versetzt. Die wesentliche Erkenntnis der Studie lautet: „Im Durchschnitt sind die Emissionen von NOx (Stickstoffdioxid) 7 Mal höher als die für Euro 6 gültigen Emissionsgrenzwerte.“ Für Städte bedeutet dies, dass sie zur Einhaltung der Grenzwerte für NO2 in den nächsten Jahren nicht allein auf die Senkung der Werte durch die Flottenerneuerung setzen können. Entschieden müssen jetzt Maßnahmen ergriffen werden, um die Emissionen des für die Atemwege schädlichen NO2 gezielt zu verringern.

Zur Erhaltung des Umweltvorteils des öffentlichen Verkehrs sollten Busse mit SCR-Systemen ausgestattet werden. So werden beispielsweise in Berlin derzeit etwa 100 Busse mit dieser NO2 reduzierenden Technologie nachgerüstet. Auch eine Blaue Plakette muss für Busse schnell eingeführt werden, damit nur emissionsarme Busse in Gebieten mit NO2-Überschreitungen zum Einsatz kommen. Dem Ausbau und der Weiterentwicklung von Umweltzonen wird damit eine neue Bedeutung zukommen.

Auch muss der Anteil des Radverkehrs schnell erhöht werden, z.B. durch ein attraktives Wegenetze und ein ausreichendes Maß an Abstellanlagen.

Außerdem sollte die Automobilindustrie endlich in die Verantwortung genommen werden, Autos zu entwickeln, die auch auf der Straße die Grenzwerte einhalten.

Die Studienergebnisse waren für uns leider keine Überraschung. In unserem LIFE Projekt  Clean Air arbeiten wir an drei beispielhaften Themen: Dem Einsatz emissionsarmer Fahrzeuge im öffentlichen Verkehr, der Förderung des Radverkehrs und der Senkung der Emissionen im Schiffsverkehr. Unser Partner T&E unterstützt die EU-Kommission darin Lösungen für das Problem der „Real Driving Emissions“ zu finden. Dazu gehört die mobile Messung von Emissionen.
 

ICCT-Studie: Real-World Exhaust Emissions from Modern Diesel Cars 

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