Konferenz „Clean Air in Cities“

Internationaler Wissens- und Erfahrungsaustausch zur Verbesserung städtischer Luftqualität

Im Rahmen seines Clean Air-Teilprojektes „Saubere Busse“ veranstaltete der Verkehrsclub Deutschland am 4. September in Berlin die Konferenz „Clean Air in Cities“. Vertreterinnen und Vertreter von Kommunen, Ministerien, Forschungseinrichtungen und Umweltverbänden aus Polen, der Tschechischen Republik und Deutschland kamen zusammen, um sich über verschiedene Luftreinhaltemaßnahmen, insbesondere zu den Themen Umweltzonen und Nachrüstung von Bussen zu informieren. Berlin kann dabei als gutes Beispiel dienen, da hier viele der Maßnahmen erfolgreich umgesetzt wurden. So wurde beispielsweise bereits 1998 begonnen, die Busse der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) mit Partikelfiltern nachzurüsten. Darüber hinaus hat Berlin als eine der ersten Städte in Deutschland schon 2008 eine Umweltzone eingerichtet. Ziel der Veranstaltung ist es einen  Wissenstransfer über Ländergrenzen hinweg zu initiieren, um auf diese Weise Lösungsansätze zur Reduzierung der Schadstoffemissionen aus dem Verkehr europaweit zu etablieren und weiter zu entwickeln. Neben dem Teilen von Wissen und Erfahrungen braucht es aber auch die entsprechenden politischen Rahmenbedingungen. Gregor Kolbe, VCD-Projektmanager: „Wichtig ist, dass auf nationaler Ebene auch die Rahmenbedingungen geschaffen werden, die es Kommunen ermöglichen, eigenständig und zielgerichtet Maßnahmen zu Verbesserung der Luftqualität umzusetzen.”

Heiko Balsmeyer, Projektkoordinator des EU-Projektes Clean Air, gab einleitend einen Überblick über mögliche Maßnahmen der Kommunen zur Luftreinhaltung. „Generell tragen die Maßnahmen – insbesondere aber die Förderung des Radverkehrs – dazu bei, unsere Städte lebenswerter zu machen“, ermutigte Balsmeyer die Teilnehmer zum Handeln. Einen detaillierten Überblick zum Thema Umweltzonen gab Dr. Marcel Langner vom Umweltbundesamt. Da in Polen und der Tschechischen Republik derzeit intensiv über die Einführung von Umweltzonen diskutiert wird, bestand seitens der Teilnehmer ein reges Interesse an den Erfahrungen aus Deutschland. Dr. Andreas Kerschbaumer von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin skizzierte die verschiedenen kommunalen Möglichkeiten die in Berlin Anwendung finden, um Schadstoffemissionen aus dem Verkehr zu reduzieren. Dabei wurde die enge Zusammenarbeit der Stadt Berlin mit den Berliner Verkehrsbetrieben auch noch einmal von Hr. Truong, Sachgebietsleiter Fahrzeugtechnik bei der BVG, in seinem Beitrag betont. So wird die Nachrüstung von Bussen mit Partikelfiltern und SCR-Systemen zur Stickoxidreduzierung seit mehreren Jahren erfolgreich betrieben, weitere Nachrüstungen sind geplant. Thomas Kortmann vom Nachrüstspezialist HJS gab den Gästen einen detaillierten Überblick über die derzeit möglichen Technologien, um Busse des Öffentlichen Personennahverkehrs sauberer zu machen.

Im Anschluss an die Vorträge wurden den Konferenzteilnehmern in einem Busdepot der Berliner Verkehrsbetriebe weitere Details zu Nachrüsttechnologien und der Wartung und Pflege nachgerüsteter Busse live demonstriert. Dabei wurde nochmals deutlich, dass die Nachrüstung von Bussen mit Partikelfiltern und Systemen zur Reduzierung der Stickoxidemissionen funktioniert und den Schadstoffausstoß deutlich senken kann.

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