ÖPNV I - Wie lang müssen wir die stinkenden Busse noch ertragen?

10 Uhr am Morgen. Budapest. Bus 9. Darin ungefähr 30 Passagiere, darunter auch Ältere und Babies. Das Innere des Busses ist mit Motorabgasen gefüllt. Bei jedem Halt  versuchen Passagiere näher an die Tür heranzukommen um wenigstens einen kleinen Zug frische Luft abzubekommen.” Nein, das ist keine Szene aus einem Katastrophenfilm, sondern eine Beschreibung der Realität, die unsere Organisation regelmäßig von Menschen erhält, welche die öffentlichen Verkehrsmittel in Budapest benutzen.

Die Clean Air Action Group (CAAG) hat einen Brief an den Bürgermeister der Stadt, István Tarlós, geschrieben, um seine Aufmerksamkeit auf das Problem der Abgase in den Busen zu lenken. Experten zufolge gelangen die Abgase nicht nur in die Innenräume der Busse, weil diese alt sind, sondern ebenso wegen fehlender ordnungsgemäßer Instandhaltung. Es wäre nötig die exakte Konzentration der giftigen Substanzen in den Abgasen sowie im Inneren der Busse regelmäßig zu messen. Die Kosten angemessener Instandhaltung auf der Basis solcher Messungen würden lediglich einen kleinen Teil des Budgets der Budapest Public Transport Company (BKV) beanspruchen, wären aber langfristig eine sinnvolle Investition, da bei besserer Wartung der Benzinverbrauch sinkt.

Ein beängstigender Fakt aus dem Brief von CAAG ist die Tatsache, dass innerhalb der letzten 20 Jahre die Zahl der an Asthma leidenden Menschen in Budapest um 500 % zugenommen hat. Wenngleich die Bus-Flotte der BKV in den letzten Jahren zum Teil durch neuere Fahrzeuge ersetzt wurde, sind doch die meisten der Fahrzeuge dennoch sehr veraltet.

Die Clean Air Action Group ruft den Bürgermeister zu sofortigem Handeln auf, um eine ordnungsgemäße Instandhaltung der BKV Busse sicher zu stellen.