Saubere Luft in Häfen

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Viele europäische Städte überschreiten dauerhaft die Grenzwerte von Schadstoffen in der Luft – vor allem Hafenstädte sind betroffen. Doch nicht nur Schiffe tragen zur Luftbelastung bei, da die Abgase von Schiffen ein Vielfaches dreckiger sind als die von Autos. Es sind ebenso die Kräne, Lokomotiven oder andere Transportfahrzeuge in einem Hafen, die zur Luftbelastung beitragen.  

 
An einigen Orten gibt es bereits Richtwerte, sehr oft sind Häfen von regulativen Maßnahmen aufgrund der wirtschaftlichen Bedeutung jedoch nicht betroffen. Für alle europäischen Häfen verbindliche Richtlinien sind in weiter Ferne, dabei gibt es weltweit schon einige Beispiele, wie Häfen ökologischer und ihr direktes Umfeld dadurch lebenswerter gestalten können, ohne ökonomische Nachteile davonzutragen. Einige Häfen haben Luftreinhaltepläne verabschiedet, andere planen und erproben einzelne Werkzeuge zur Verbesserung der Luftqualität: Mögliche Ansätze hierfür wären die Einrichtung von Landstromanschlüssen für Schiffe oder die Einführung von Elektromobilität im Logistik- und Verladebetrieb des Hafens - beides mit einer Energieversorgung aus erneuerbaren Energien-, weitere alternative Antriebstechniken wie Flüssiggas (LNG), die Ausrüstung von Dieselmotoren mit Filtern oder auch eine Hafenpolitik, die durch Gebühren Luftverschmutzer benachteiligt oder durch Verbote ganz aus dem Hafengebiet ausschließt. Diese Maßnahmen kommen bisher zwar teilweise zum Einsatz, sind jedoch kein allgemeiner Standard und schon gar nicht verpflichtend. 


Der NABU möchte mit seinem Engagement im EU-Projekt »Clean Air in Ports« dazu beitragen, die Luft in europäischen Häfen sauberer zu machen und so die Gesundheit der Anwohner, die Umwelt und das Klima zu schützen. Auf sechs Konferenzen in verschiedenen europäischen Hafenstädten diskutieren Experten miteinander, sammeln Anregungen und tragen Best-Practice-Beispiele zusammen. Dabei soll auch der Austausch und die Vernetzung zwischen den Häfen gefördert werden. Ein weiteres Ziel ist die Entwicklung differenzierter ökologischer Standards für europäische Häfen.


Der erste Workshop fand am 8. Februar 2013 in Hamburg statt, ein weiterer in Antwerpen im selben Jahr. 2014 fanden weitere zwei in London und Kopenhagen statt. Der nächste ist geplant für Barcelona und der letzte soll 2015 in Danzig stattfinden.

Mehr zu den Workshops und Ergebnissen gibt es hier

Ergebnisse der Workshops werden in das Working Paper des NABU integriert, welches über die gesamte Laufzeit des EU LIFE+ Projektes „Clean Air in Ports“ bis Mitte 2015 fortgeschrieben wird und heruntergeladen werden kann.

Download des aktuellen Workingpapers (English)