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Internationale Zusammenarbeit für Verbesserung der Luftqualität

EU-Luftqualitätsziele zwingen Mitgliedsstaaten zum Handeln - VCD intensiviert Wissenstransfer zwischen EU-Mitgliedsländern

Berlin, 5. September 2014. In Städten stellt der Verkehr eine der Hauptquellen von gesundheits-schädigenden Luftschadstoffen wie Rußpartikel, Feinstaub und Stickoxiden dar. Nicht nur deutsche Kommunen stellt das vor Herausforderungen, auch die der direkten Nachbarländer. Mit der europäischen Luftqualitätsrichtlinie, die klare und einheitliche Grenzwerte für verschiedene Luftschadstoffe wie Partikel und Stickstoffdioxid festgelegt, hat sich der Handlungsdruck nochmals verschärft. Ein Wissenstransfer über die Ländergrenzen hinweg soll jetzt helfen, dass nachhaltige Lösungsansätze zur Reduzierung der Schadstoffemissionen aus dem Verkehr europaweit etabliert und weiter entwickelt werden.

Der ökologische Verkehrsclub VCD lud gestern, innerhalb des internationalen Projektes "Clean Air", erstmals Vertreter von Kommunen, Ministerien und Umweltverbänden aus Polen und der Tschechischen Republik ein. Im Fokus standen die Umweltzone und die Nachrüstung von Bussen des öffentlichen Personennahverkehrs mit Partikelfiltern und Systemen zur Reduktion von Stickoxidemissionen. Beides Instrumente, die in Berlin bereits erfolgreich eingesetzt werden, in Polen und Tschechien hingegen noch keine Anwendung finden.

Gregor Kolbe, VCD-Projektmanager: "Unsere Konferenz soll den Wissenstransfer zwischen den verschiedenen europäischen Ländern ankurbeln und die Umsetzung wirkungsvoller Maßnahmen fördern." Die Berliner Verkehrsbetriebe öffneten dazu ihre Werkshalle und gaben konkrete Einblicke in die Nachrüsttechnik für Busse. Dr. Langner vom Umweltbundesamt stellte die Umweltzone und ihre Potentiale zur Luftreinhaltung vor, Dr. Kerschbaumer von der Senatsverwaltung Berlin konnte die Wirksamkeit der Umweltzone mit den gesammelten Erfahrungen aus Berlin untermauern.

Neben dem Teilen von Wissen und Erfahrungen braucht es aber auch die entsprechenden politischen Rahmenbedingungen. Gregor Kolbe: "Wichtig ist, dass auf nationaler Ebene auch die Rahmenbedingungen geschaffen werden, die es Kommunen ermöglichen, eigenständig und zielgerichtet Maßnahmen zu Verbesserung der Luftqualität umzusetzen."

Dariusz Kraszewski von der polnischen Umweltorganisation Zielone Mazowsze betonte: "Der Erfahrungsaustausch mit den Experten der europäischen Länder und Städten ist ungemein wichtig, um schnell und effizient spürbare Erfolge im Bereich der Luftverbesserung erreichen zu können. Gerade der Verkehr ist eine der bedeutendsten Quellen für Luftschadstoffe und wir müssen alle Bereiche, seien es technischen Maßnahmen wie die Nachrüstung von Partikelfiltern in Pkw und Bussen, aber auch die planerischen und verhaltensändernde Möglichkeiten ausschöpfen."

Um die Zielwerte gemäß Luftqualitätsrichtlinie fristgerecht erreichen zu können, werden allerdings noch weitere Anstrengungen zur Reduzierung des Schadstoffausstoßes im Verkehr notwendig sein, darin waren sich die Teilnehmer am Ende des ersten Konferenztages in Berlin einig.       

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